Die Macher

Hof Las Sorts

Der Biohof Las Sorts (www.lasorts.ch) liegt im Albulatal im Herzen Graubündens auf 1000 Metern Las Sorts ist rätoromanisch und bedeutet je nach Interpretation die Löser (Wiesenteile, die an die Einwohner der Gemeinde verpachtet wurden) oder das Los, das Schicksal. Dass man das Schicksal positiv beeinflussen kann, wurde auf Las Sorts bereits früh erkannt. Immer wieder wurden Nischen und Wege gesucht, um das Bestmögliche aus der Situation zu machen und die Landwirtschaft nicht einfach ihrem Schicksal zu überlassen.

Die landwirtschaftliche Produktion in den Bergen ist geprägt von Nachteilen: kurze Vegetationsperioden, Frost, Schnee, grosse Distanzen zu den Kunden. Die Bergkartoffeln zeigen aber, dass die Produktion hoch in den Bergen auch vorteilhaft sein kann. Der Anbau und die Vermarktung waren anfangs eine grosse Herausforderung, es galt, viele Tiefpunkte zu überwinden. Nur der unbändige Glaube von Marcel und Sabina führte dazu, das ein so tolles Produkt den Durchbruch geschafft hat. Und in seiner heutigen Form konnte das Projekt nur entstehen, weil mit Freddy Christandl ein Partner und Freund gefunden wurde, der mit gleichem Herzblut, mit Leidenschaft und Überzeugung für die Bergkartoffeln lebt wie die Familie Heinrich und deren Helfer.

Sabina und Marcel Heinrich Tschalèr bewirtschaften den Bergbetrieb mit den drei Töchtern Ladina-Madlaina, Laura-Bignia und Andrina-Seraina seit 2001. Jedes Jahr werden auf dem Hof Lehrlinge ausgebildet, und fleissige Helfer und Angestellte unterstützen die Biobauern saisonal bei der täglichen Arbeit. Auf Las Sorts gibt es natürlich nicht nur Bergkartoffeln, sondern auch viele Tiere, Kühe der Rasse Rätisches Grauvieh, Edelhühner, Ziegen, Pfauen, Pferde, Esel, Katzen, einen Hund und Lamas.

Las Sorts liegt etwas abgelegen zwei Kilometer entfernt von den Dörfern Filisur und Alvaneu an der Albulapassstrasse. Ein kleiner Hofladen, eine einfache Übernachtungsgelegenheit und das Tippibeizli laden Kunden, Gäste und Wanderer zum Verweilen ein. Im Sommer zieht die Familie jeweils ein paar Wochen auf das Maiensäss Falein, wo die Bergwiesen bewirtschaftet werden.

Freddy Christandl

Freddy Christandl (www.christandl.ch), im oststeirischen Floing aufgewachsen, wollte bereits als Sechsjähriger Koch werden. Als Lehrling in einem Landgasthaus lernte er unter anderem vor allem eines: lange arbeiten.

Im Fünf-Sterne-Grandhotel Regina in Grindelwald brachte man ihm dann das richtige Kochen bei. Nach mehreren Stationen war Freddy Christandl schliesslich Küchenchef im Hotel Chrueg in Wollerau. Dort legte er schon Anfang der 2000er-Jahre Wert auf Saisonalität und Regionalität, und seine Kochkünste wurden mit 16 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet.

Prägend für den Koch war eine Rucksackreise durch Asien – sie öffnete ihm die Augen für das Echte und Authentische und sorgte für eine Wende in seinem Lebensweg. Christandl erlebte in abgelegenen Regionen von Laos, wie gut ein wirklich frischer Salat schmecken kann – und wie glücklich Menschen sind, die ein einfaches Leben in Einklang mit der Natur führen.

Christandl entschied sich, beruflich einen neuen Weg einzuschlagen. Seitdem ist er erfolgreich als Genusstrainer tätig, hält Seminare und initiiert Projekte für nachhaltige Produkte. Visionäre Konzepte wie die Bergkartoffeln aus dem Albulatal und das dazugehörige Kartoffeltaxi haben ihn zum gefragten Experten für nachhaltige Gastronomie und Landwirtschaft gemacht.

Nachdem die Bergkartoffeln mittlerweile jeweils Ende Saison ausverkauft sind, hat Christandl vor einigen Jahren ein neues Projekt initiiert, das mit ähnlichen Ansprüchen und mit ebenso viel Herzblut wie die Bergkartoffeln umgesetzt wird: der Edelhahn aus den Bündner Bergen (www.edelhahn.ch).