Unsere Geschichte

Seit 2004

WIE ALLES BEGANN
Vor über 20 Jahren hat ein Besuch im Albulatal mein Leben verändert.

Weder in meinem Lebensplan noch in meinem Businessplan standen damals Kartoffeln. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass aus einer Begegnung ein Weg entstehen würde, der mich bis heute begleitet.

Schon im Jahr 2003, hoch oben im Albulatal, wo der Anbau handelsüblicher Kartoffeln auf über 1000 Metern Höhe wirtschaftlich kaum möglich war, wagten Marcel und Sabina Heinrich Tschalèr etwas Aussergewöhnliches: Sie begannen, alte ProSpecieRara-Sorten anzubauen.

Was damals als mutiger Versuch begann, entwickelte sich zu einer besonderen Reise. Zwei Jahre später, nach der ersten nennenswerten Ernte, luden sie zum grossen Patati-Hoffest ein – ein Anlass, der die Zukunft dieser besonderen Kartoffeln verändern sollte.


  

EINE BEGEGNUNG, DIE ALLES VERÄNDERTE 
Damals war ich als Küchenchef in der Spitzengastronomie im Albulatal unterwegs und hörte von diesem besonderen Fest. Neugierig geworden, probierte ich die verschiedenen Bergkartoffeln und war sofort fasziniert.

Seit dieser Begegnung begleitet mich die Welt der Bergkartoffeln – und mit ihr die Frage, wie man den Wert besonderer Lebensmittel sichtbar machen kann. Vielleicht ist genau daraus entstanden, was manche heute liebevoll den «Kartoffelflüsterer» nennen.

Mit einigen Säcken im Gepäck kehrte ich in mein Restaurant zurück. Dort entstanden Gerichte, die meine Gäste begeisterten. Die ungewöhnlichen Namen wie «Parli» oder «Maikönig» sorgten für Überraschung und öffneten den Blick auf ein Lebensmittel, das viele Menschen bisher nur als alltägliche Beilage kannten.

Ich erkannte schnell: Hinter diesen Kartoffeln steckt weit mehr als nur eine einfache Kartoffel. 


  

DER BEGINN EINER NEUEN AUFGABE 
Bald zeigte sich, dass die Ernte auf dem Biohof Las Sorts die Nachfrage im Albulatal überstieg. Marcel wusste, dass diese wertvollen Sorten mehr verdient hatten, als in der Masse gewöhnlicher Kartoffeln unterzugehen.

Er suchte nach einem Weg, diese besonderen Bergkartoffeln zu Menschen zu bringen, die ihren Wert erkennen und schätzen würden.

Im Oktober 2008 hatte ich mich selbstständig gemacht. Als Marcel mir von dieser Herausforderung erzählte, traf ich eine spontane Entscheidung – nicht aufgrund eines Businessplans, sondern aus dem Bauch und aus dem Herzen.

Ich entschied mich, einen grossen Teil der Ernte zu übernehmen.

Die ersten Jahre waren geprägt von viel Improvisation. Ich ging damals mit grosser Begeisterung, aber ohne fertiges Konzept an diese Aufgabe heran. Von Logistik, Vermarktung und den Abläufen eines solchen Projekts hatte ich wenig Erfahrung.

Rückblickend war genau das vielleicht eine grosse Chance. Ich betrachtete die Aufgabe wie ein Koch seine Zutaten: neugierig, offen und immer auf der Suche nach der besten Verbindung verschiedener Elemente. Entscheidend war nicht ein bestehendes Rezept, sondern die Menschen, Möglichkeiten und Ideen so miteinander zu verbinden, dass etwas Eigenständiges entstehen konnte.

Immer wieder kamen Momente, in denen wir dachten: Jetzt geht es nicht weiter. Doch statt stehen zu bleiben, haben wir neu gedacht, neue Möglichkeiten gesucht und den nächsten Schritt gewagt. Diese Haltung begleitet uns bis heute.

Aus verschiedenen Menschen, Ideen und Möglichkeiten entstand Schritt für Schritt ein neues Zusammenspiel zwischen Acker und Teller.


  

EINE VERBINDUNG, DIE BLEIBT 
Was damals mit einer spontanen Entscheidung begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer Partnerschaft, die weit über Kartoffeln hinausgeht.

Es entstand ein gemeinsamer Weg, getragen von Vertrauen, gegenseitigem Respekt und der Überzeugung, dass wertvolle Lebensmittel auch wertvolle Beziehungen brauchen.

Erzählt von Freddy Christandl
Kartoffelflüsterer – Brückenbauer zwischen Acker und Teller


    

«Aus einer zufälligen Begegnung entstand weit mehr als eine Zusammenarbeit. Es entstand eine Verbindung, die bis heute unser gemeinsames Handeln prägt.»