Bergackerbohnen-Bruch

Der schnelle Weg zum vollen Bohnenaroma

   

Manche Lebensmittel erleben eine zweite Geschichte. Sie verschwinden beinahe aus unseren Küchen – und finden irgendwann ihren Weg zurück.

Gerade wenn man Ackerbohnen noch nicht kennt, ist der Bergackerbohnen-Bruch der einfachste Einstieg in diese besondere Kulturpflanze. Er verbindet die Ursprünglichkeit einer alten Bohne mit einer modernen und unkomplizierten Verarbeitung.

Für uns war dieser Bruch allerdings ein kleines Mühlen-Abenteuer. Eine Bohnenschälmaschine gibt es in der Schweiz heute nicht mehr, und so mussten wir zuerst herausfinden, wie wir die Bohne richtig verarbeiten können. Die Bohne war dabei manchmal etwas sturer als wir – zumindest am Anfang.

Doch die Mühe hat sich gelohnt. Nach dem Einweichen und Kochen entsteht aus dem Bergackerbohnen-Bruch eine wunderbar cremige Masse mit einem feinen, nussigen Aroma. Genau diese Eigenschaften machen ihn zu einer vielseitigen Grundlage für viele Gerichte.

Dass Ackerbohnen eine lange kulinarische Geschichte haben, zeigt sich auch in anderen Teilen der Welt. Die koptischen Christen in Ägypten verwendeten Ackerbohnen bereits vor über 1000 Jahren in ihrer Küche. Bis heute gehören sie dort – unter anderem als Grundlage für das traditionelle Ful medames – zu den wichtigsten Lebensmitteln.

Eine alte Kulturpflanze, die über Jahrhunderte Menschen ernährt hat und heute wieder zeigt, wie viel Geschmack und Möglichkeiten in vergessenen Schätzen stecken.


      

Verwendung

Der Bergackerbohnen-Bruch eignet sich hervorragend für:

• cremigen Hummus
• knusprige Falafel
• herzhafte Suppen und Eintöpfe
• pflanzliche Aufstriche
• kreative Gemüsegerichte
• einen besonderen «Bonotto» als Alternative zum klassischen Risotto
 


     

Was den Bergackerbohnen-Bruch besonders macht

Für mich ist der Bergackerbohnen-Bruch längst viel mehr als nur eine Zutat für Hummus.

Seine besondere Stärke liegt in seiner Vielseitigkeit: Durch das Einweichen und langsame Garen entwickelt er eine wunderbar cremige Textur und ein tiefes, nussiges Aroma. Er kann einfache Alltagsgerichte bereichern – oder selbst die Hauptrolle auf dem Teller übernehmen.

Mein persönlicher Favorit ist der «Bonotto»: Dafür den Bohnenbruch etwa 24 Stunden einweichen und anschliessend ähnlich wie einen klassischen Risotto zubereiten. Das Ergebnis ist ein überraschend cremiges Gericht mit eigenständigem Charakter – voller Geschmack und ganz ohne Reis.

Entdecke unsere Rezepte und lerne die Bergackerbohnen von ihrer genussvollen Seite kennen.


     

Eine alte Kulturpflanze neu entdeckt

Die Bergackerbohne begeistert nicht nur in der Küche. Hinter ihr steckt die Geschichte einer fast vergessenen Kulturpflanze, die wir gemeinsam mit vielen engagierten Menschen zurück auf unsere Felder gebracht haben.

Heute wächst sie wieder dort, wo sie einst selbstverständlich war – und findet Schritt für Schritt ihren Weg zurück in unsere Küchen und auf unsere Teller.

Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, ihr wieder einen Platz auf dem eigenen Teller zu geben – und ihre Geschichte kennenzulernen.

Geeignete Rezepte

  • Alpen-Hummus
  • Rezeptautor: Freddy Christandl
    Eine neue Interpretation eines Klassikers – mit den Schätzen der Alpen.

  • Ackerbohnen-Püree
  • Rezeptautor: Pascal Haag
    Quelle: Pro Specie Rara
    Ein cremiger Mezze-Klassiker aus der alten Kulturpflanze.